Welches Ölbindemittel? Typ I, II, III und R einfach erklärt
Wodoil Redaktion5 Min. Lesezeit

Am Radlader platzt ein Hydraulikschlauch, und auf dem Asphalt breitet sich eine Öllache aus. Wer jetzt zum Sack mit dem Ölbindemittel greift, macht schon vieles richtig. Ob es auch das richtige Ölbindemittel ist, steht klein auf dem Sack: als Typ I, II, III oder mit dem Zusatz R.
Sie sagen dir, wo der Ölbinder eingesetzt werden darf: in der Halle, auf der Straße oder auf dem Wasser. Hier erfährst du, was die Typen bedeuten, welcher für dich passt, wie du richtig streust und wohin das gebrauchte Granulat gehört.
Was die Typen bedeuten
Die Typen stammen aus der Prüfrichtlinie „Anforderungen an Ölbinder“ (LTwS Nr. 27) des deutschen Umweltbundesamts. LTwS steht für die frühere Schriftenreihe zu „Lagerung und Transport wassergefährdender Stoffe“. Seit 2016 wird die Richtlinie schrittweise durch das Arbeitsblatt DWA-A 716 der DWA (Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall) ersetzt. Die Typ-Bezeichnungen findest du aber weiter auf fast jedem Sack, auch in Österreich.
| Typ | Wofür laut Richtlinie |
|---|---|
| Typ I | besonders für den Einsatz auf Gewässern |
| Typ II | für den allgemeinen Einsatz an Land und auf kleineren Gewässern |
| Typ III | für besondere Fälle, vor allem in Gewerbe und Industrie. Muss nicht wasserabweisend sein |
| Typ IV | für Gewässer, mindestens 25 Liter Bindemittel in einer durchlässigen Hülle |
| Zusatz R | nach Einsatz und Nachreinigung ist die Fahrbahn wieder ausreichend griffig, besonders bei Nässe |
Das R ist für alles wichtig, was befahren oder begangen wird. Ein Ölbinder ohne R kann das Öl zwar aufnehmen, aber die Fläche bleibt danach womöglich rutschig. Ein Typ III R ist also für Gewerbe und Industrie gedacht und zusätzlich für Verkehrsflächen geprüft.
Welcher Typ für welchen Einsatz
| Einsatzort | Passender Typ | Bei Wodoil |
|---|---|---|
| Werkstatt, Halle, Industrieboden | Typ III, auf begangenen Flächen am besten mit R | Ölbindemittel Typ III R |
| Hof, Parkplatz, Zufahrt, Straße | mit Zusatz R | Ölbindemittel Typ III R |
| Teich, Bach, Löschwasserbecken | Typ I oder Typ IV | kein Produkt im Sortiment |
Ein Punkt, den viele übersehen: Typ III muss nicht wasserabweisend sein. Auf Wasser kann er sich deshalb mit Wasser vollsaugen, statt gezielt das Öl aufzunehmen. Für Gewässer brauchst du daher Typ I oder IV.
Und bei Chemikalien? Unser Granulat bindet auch Chemikalien und andere Flüssigkeiten. Für Säuren und Laugen gibt es in der DWA-A 716 aber eigene Prüfungen. Bevor du das Granulat für eine bestimmte Chemikalie einplanst, schau ins Sicherheitsdatenblatt an.
Was das Wodoil anbietet
Unser Ölbindemittel ist ein Granulat vom Typ III R mit einer Körnung von 1 bis 3 Millimetern. Es ist für Industrie, Werkstätten und Notfälle gedacht. Die Fläche bleibt laut Produktseite sogar dann trittsicher, wenn das Granulat vollständig mit Öl gesättigt ist.
Feines Granulat neigt zum Stauben, grobes ist bei zähen Flüssigkeiten im Vorteil. Mit 1 bis 3 Millimetern liegt unser Granulat im groben Bereich. Die alte Prüfrichtlinie begrenzt den Anteil über 4 Millimeter bei Typ I bis III auf höchstens 10 Gewichtsprozent.
Es gibt das Ölbindemittel im 20-Kilogramm-Sack für 33,48 Euro. Du findest es auch in der Kategorie Ölbinder. Wie viel Öl ein Sack aufnimmt, muss laut Prüfrichtlinie auf der Verpackung stehen.
So bindest du Öl in vier Schritten
Die Schritte sind Erfahrungswerte aus der Praxis. Die Gebrauchsanleitung auf dem Sack hat immer Vorrang.
- Quelle stoppen. Behälter aufrichten, Maschine abstellen, Leck abdichten, soweit das gefahrlos geht.
- Von außen nach innen streuen. So verhinderst du, dass sich die Lache weiter ausbreitet. Lieber zu viel als zu wenig streuen.
- Einarbeiten und einwirken lassen. Mit einem harten Besen in die Lache arbeiten, damit das Granulat überall Kontakt hat.
- Aufkehren und sammeln. Das gesättigte Granulat in einen dichten, gekennzeichneten Behälter geben. Bleibt ein Film zurück, wiederholst du den Vorgang.
Für den Hallenboden danach eignet sich ein Reiniger wie der Kaltreiniger Ultra Stark. Der Reiniger löst er Öl- und Treibstoffrückstände und kann im Ölabscheider eingesetzt werden. Weitere Reiniger findest du in der Kategorie Reiniger.
Wohin mit dem gebrauchten Granulat?
Gebrauchtes Granulat soll nicht in den Restmüll. Ist es mit Mineralöl, Lösemitteln oder Hydraulikflüssigkeit getränkt, gilt es in der Regel als gefährlicher Abfall. Wie es eingestuft wird, hängt davon ab, was es aufgenommen hat.
Für dich heißt das:
Betriebe geben das Granulat an einen befugten Entsorger. Kleine Mengen aus dem Haushalt nimmt meist die Problemstoffsammlung oder das Altstoffsammelzentrum deiner Gemeinde an. Frag dort vorher kurz nach.
Was wirklich zählt
Ölbinder kauft man nicht im Notfall, sondern vorher. Ein Sack Typ III R in der Werkstatt und einer im Hof deckt fast alles ab, was in Werkstatt, Landwirtschaft und Fuhrpark passiert. Nur für Wasser brauchst du einen anderen Typ, und dann ist meist ohnehin die Feuerwehr gefragt.
Dein nächster Schritt
Das Wodoil Ölbindemittel Typ III R im 20-kg-Sack bekommst du direkt im Shop. Ab 350 Euro Bestellwert liefern wir versandkostenfrei. Wenn du mehrere Säcke für mehrere Standorte brauchst, ruf uns an unter +43 1 218 39 70, montags bis freitags von 8:00 bis 17:00 Uhr, oder schreib an verkauf@wodoil.at.
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Quellen
- Umweltbundesamt (Deutschland), „Anforderungen an Ölbinder“ (LTwS Nr. 27), Fassung vom 28. Februar 1990, Typdefinitionen, Zusatzbezeichnung R und Körnung, Wortlaut bei umwelt-online.de.
- DWA, Arbeitsblatt DWA-A 716-9 „Öl- und Chemikalienbindemittel, Teil 9: R-Ölbindemittel für Verkehrsflächen“, Fassung 2024-11, dinmedia.de.
- Industrie-Fachwissen, „Ölbindemittel, Bindevliese und Sorptionsmittel im Notfall“ (Ablösung LTwS 27 durch DWA-A 716, Körnung, Einstufung als gefährlicher Abfall), industrie-fachwissen.de.
- Wodoil GmbH, Produktseiten Ölbindemittel und Kaltreiniger Ultra Stark, Stand 19.10.2026.







