Hydrauliköl HLP 46, HLP 32 & HVLP: Welches Öl brauchen Sie wirklich?
Wodoil Redaktion13 Min. Lesezeit
Wenn du diesen Artikel liest, hast du wahrscheinlich ein konkretes Problem. Dein Traktor braucht Hydrauliköl. Im Datenblatt steht „HLP 46 oder HVLP 46 nach DIN 51524“. Und der Preisunterschied im Fass liegt bei rund 30 Prozent.
Am Ende dieses Ratgebers weißt du drei Dinge sicher: welches Öl du wirklich brauchst, wann sich der höhere Preis für HVLP rechnet und welchen Fehler du unbedingt vermeiden musst, weil er dich schnell mehrere tausend Euro kosten kann.
Wir bei Wodoil beliefern seit vielen Jahren Landtechnik, Bauunternehmen und Industrie in ganz Österreich mit Hydraulikölen.
Was bedeuten HLP, HVLP und ISO VG?
Drei Abkürzungen, die sich kompliziert anhören. Hier drei einfache Antworten.
HLP: das Standard-Hydrauliköl
HLP steht für Hydrauliköl auf Mineralölbasis mit Zusätzen (sogenannten Additiven) gegen Verschleiß, Korrosion und Alterung. Das L steht für „geringere Reibung" (englisch „Low friction"), das P für „Verschleißschutz" (englisch „Protection against wear"). Kurz gesagt: Ein Hydrauliköl ist ein Grundöl plus ein Additiv-Paket, das die Hydraulikanlage vor Verschleiß schützt.
HLP-Öle sind in der Norm DIN 51524 Teil 2 geregelt (herausgegeben vom Deutschen Institut für Normung, aktuelle Ausgabe von 2017). Diese Norm gilt in ganz Europa und deckt praktisch alle Hydraulikanlagen ab, die bei gleichmäßiger Temperatur zwischen 40 und 80 Grad Celsius arbeiten.
HVLP: das Hochleistungs-Hydrauliköl für schwankende Temperaturen
HVLP ist eine Erweiterung von HLP. Das erste V steht für „hoher Viskositätsindex" (englisch „High Viscosity Index"). Wichtig für den Moment: Ein HVLP-Öl bleibt bei Kälte flüssiger und wird bei Hitze weniger dünn als ein normales HLP. HVLP ist in der Norm DIN 51524 Teil 3 geregelt.
Konkret heißt das: Dein Bagger springt bei minus zehn Grad im Februar an, auch wenn er zwei Wochen im Freien stand, weil das HVLP-Öl noch fließt und die Pumpe nicht trocken läuft. Und im Sommer bei 35 Grad Außentemperatur wird das gleiche Öl nicht so dünn, dass die Steuerventile Undichtigkeiten zeigen.
ISO VG: die Viskositätsklasse
ISO VG (englisch „Viscosity Grade", zu Deutsch „Viskositätsklasse") ist eine internationale Einteilung nach der Norm ISO 3448. Herausgegeben von der International Organization for Standardization (ISO) mit Sitz in Genf. Sie legt fest, wie zähflüssig ein Industrieöl bei genau 40 Grad Celsius sein muss.
Die Zahl hinter „ISO VG“ ist der Mittelwert der kinematischen Viskosität in mm² pro Sekunde (kinematische Viskosität ist der Fachbegriff dafür, wie schnell ein Öl durch eine genormte Öffnung fließt). Konkret:
| ISO-Klasse | Viskositätsbereich bei 40 Grad Celsius | Vergleich Alltag |
|---|---|---|
| ISO VG 32 | 28,8 bis 35,2 mm²/s | wie kaltes Speiseöl |
| ISO VG 46 | 41,4 bis 50,6 mm²/s | wie kalter Honig, leicht verflüssigt |
| ISO VG 68 | 61,2 bis 74,8 mm²/s | wie zähflüssiger Honig |
Je höher die Zahl, desto zähflüssiger das Öl. Die Norm ISO 3448 legt für jede Klasse einen genauen Toleranzbereich fest, damit Öl-Hersteller weltweit vergleichbar produzieren.
Faustregel aus der Praxis: HLP 46 ist die Nummer, mit der du in Österreich am wenigsten falsch machst. Die meisten Bosch-Rexroth-, Parker- und HYDAC-Anlagen im mitteleuropäischen Klima sind auf ISO VG 46 ausgelegt (Quelle: Bosch Rexroth Technische Information RE 90220, Kapitel 3.2 „Empfohlene Viskositätsklassen").
Was ist der Viskositätsindex und warum ist er bei HVLP so wichtig?
Der Viskositätsindex ist eine Zahl, die angibt, wie stark sich die Zähflüssigkeit eines Öls mit der Temperatur verändert. Berechnet wird er nach der Norm ISO 2909 aus zwei Messwerten: der kinematischen Viskosität bei 40 Grad und bei 100 Grad Celsius.
Vereinfacht: Je höher der Viskositätsindex, desto stabiler bleibt das Öl über einen weiten Temperaturbereich.
| Öl-Typ | Typischer Viskositätsindex | Verhalten |
|---|---|---|
| Einfaches Mineralöl (Grundöl) | 90 bis 100 | wird bei Kälte zäh, bei Hitze schnell dünn |
| Standard HLP 46 | 95 bis 110 | brauchbar bei stabilen Temperaturen |
| HVLP 46 | 140 bis 180 | bleibt bei Kälte deutlich flüssiger |
| Vollsynthetisches Hydrauliköl | 180 bis 220 | Premium-Bereich, extreme Anwendungen |
Praktisches Beispiel: Bei minus zehn Grad Celsius ist ein HLP 46 rund achtmal zäher als bei 40 Grad. Ein HVLP 46 ist im gleichen Temperaturbereich nur rund viermal zäher. Deshalb springt der Bagger mit HVLP-Öl im Winter zuverlässig an, während er mit HLP-Öl möglicherweise minutenlang stottert oder die Pumpe Luft zieht.
HLP 46 oder HLP 32: Wann brauchst du welche Viskosität?
Die Wahl zwischen HLP 46 und HLP 32 hängt an drei Punkten in dieser Reihenfolge: Kaltstart-Temperatur, Betriebstemperatur, Herstellerfreigabe der Anlage.
Punkt 1: Kaltstart-Temperatur
Startet deine Anlage regelmäßig bei unter minus fünf Grad Celsius, ist HLP 32 die sicherere Wahl. Typische Fälle: Bauhof-Fahrzeuge im Freien, Kommunalfahrzeuge mit Nachtabstellung, Winterdienst-Streuer. Bei sehr niedrigen Temperaturen wird HLP 46 zäh, die Pumpe zieht Luft, die Filter setzen sich mit den Folgen dieser Luftbläschen zu.
Bei Anlagen, die in beheizten Hallen stehen oder vor dem Einsatz auf Betriebstemperatur gebracht werden, ist HLP 46 die Standardwahl.
Punkt 2: Betriebstemperatur
Läuft deine Hydraulik dauerhaft über 70 Grad Celsius, ist HLP 46 der Standard. Typische Fälle: schwere Industriepressen, Spritzgussmaschinen, große Baumaschinen im Sommer. HLP 32 wäre bei diesen Temperaturen zu dünn und würde die Schmierung nicht mehr sicher gewährleisten.
Bei Anlagen mit sehr feiner Ventilsteuerung, wie in modernen CNC-Maschinen (CNC steht für Computerized Numerical Control, also computergesteuerte Werkzeugmaschinen), kann der Hersteller HLP 32 vorschreiben, damit die Reaktionszeiten der Servoventile schnell genug sind.
Punkt 3: Herstellerfreigabe
Der wichtigste Punkt
HYDAC empfiehlt in der technischen Broschüre klar temperaturabhängig. Wenn dein Hersteller ISO VG 46 als Standard angibt und ISO VG 32 als Winteroption, sitzt du im typischen österreichischen Klima mit HLP 46 im Sommer und HVLP 46 im Ganzjahresbetrieb sicher.
Wann brauchst du HVLP statt HLP?
HVLP kostet je nach Marke und Gebinde 15 bis 30 Prozent mehr als HLP mit gleicher ISO-Klasse. Diese Mehrkosten rechnen sich in drei klaren Fällen.
Fall 1: Deine Anlage arbeitet ganzjährig im Freien. Ein Holzspalter, der im Winter bei minus zwölf Grad im Schuppen steht und im Sommer bei 35 Grad unter Volllast läuft, sieht in einem Jahr einen Temperaturhub von rund 50 Grad. HVLP 46 hält die Zähflüssigkeit in diesem Bereich stabil.
Fall 2: Deine Anlage hat kurze Kreisläufe mit hoher Belastung. Beispiel: mobile Betonpumpe. Sie steht kalt, wird angeworfen, geht in Volllast, fährt zur nächsten Baustelle, steht wieder kalt. HVLP glättet diesen Wechsel und schützt vor sogenannter Kavitation. Kavitation ist Materialabtrag durch kleine Dampfblasen, die im Öl entstehen und beim Ansaugen der Pumpe schlagartig zusammenfallen. Der Schlag wirkt wie kleine Hämmer auf die Pumpeninnenseite.
Fall 3: Der Hersteller schreibt es ausdrücklich vor. Viele aktuelle Landmaschinen (zum Beispiel Fendt Vario ab Baureihe 700, John Deere 6R und 7R, Case IH Puma) sind ab Werk mit HVLP-tauglichen Filtern und Dichtungen versehen. HLP funktioniert dort zwar auch, aber die Wartungsintervalle der Herstellergarantie sind auf HVLP kalibriert.
Rechenbeispiel für die Praxis: HVLP zu kaufen, obwohl HLP reicht, kostet bei 200 Liter Jahresverbrauch rund 250 bis 300 Euro Mehrpreis. HLP kaufen, obwohl HVLP nötig wäre, kann bei einer beschädigten Axialkolbenpumpe zwischen 2.500 und 8.000 Euro Reparaturkosten verursachen.
Welche Freigaben zählen wirklich bei Hydrauliköl?
Auf jedem seriösen Hydrauliköl-Datenblatt findest du Freigaben. Nicht alle sind gleich wichtig. In der Praxis reduziert sich die Auswahl auf fünf Klassiker.
| Freigabe | Herausgeber | Wofür sie zählt |
|---|---|---|
| DIN 51524-2 (HLP) | Deutsches Institut für Normung | Grundnorm für alle HLP-Öle in Europa |
| DIN 51524-3 (HVLP) | Deutsches Institut für Normung | Grundnorm für alle HVLP-Öle |
| Denison HF-0, HF-1, HF-2 | Denison Hydraulics (heute Parker Hannifin, USA) | Hochdruck-Kolbenpumpen ab 250 bar |
| Vickers I-286-S, M-2950-S | Eaton Vickers (heute Danfoss, Dänemark/USA) | Flügelzellenpumpen in Industrie und Mobilhydraulik |
| ISO 11158 HM, HV | International Organization for Standardization | Internationale Übersetzung der DIN-Klassen |
**Faustregel: ** Wenn dein Öl DIN 51524-2 (HLP) oder DIN 51524-3 (HVLP) plus mindestens eine Pumpen-Freigabe (Denison oder Vickers) erfüllt, deckt es rund 95 Prozent aller Anlagen im deutschsprachigen Raum ab. Zusatzfreigaben wie Cincinnati Milacron P-68 oder AFNOR NF-E-48-603 sind nur für spezielle Werkzeugmaschinen oder französische Anlagen relevant.
Wie oft muss Hydrauliköl gewechselt werden?
Die ehrliche Antwort: Pauschale Kilometer- oder Stundenangaben kann man nicht machen. Der einzige seriöse Weg ist die Ölanalyse. Das ist eine Laboruntersuchung, die den Zustand des Öls nach der Norm ISO 4406 (Reinheitsklasse für Hydrauliköle) prüft.
Als grobe Orientierung, wie sie auch in den technischen Empfehlungen von Bosch Rexroth (RE 90235 „Betrieb und Wartung hydraulischer Systeme") und HYDAC („Hydraulic Fluid Cleanliness Guide") stehen, gelten folgende Erfahrungswerte:
| Anwendung | Empfohlenes Wechselintervall (Erfahrungswert) |
|---|---|
| Stationäre Industriehydraulik in beheizter Halle mit stabiler Filtration | 4.000 bis 8.000 Betriebsstunden |
| Mobile Baumaschine mit Wechsellast und Schmutzeintrag | 1.500 bis 3.000 Betriebsstunden |
| Traktor-Hydraulik im Regelbetrieb | 1.000 bis 2.000 Betriebsstunden |
| Holzspalter im Hobby-Einsatz (rund 40 Stunden pro Jahr) | Ölanalyse nach drei bis fünf Jahren, kein turnusmäßiger Wechsel |
Wichtig: Diese Werte sind keine Fixzahlen, sondern Erfahrungswerte aus den Wartungsempfehlungen der genannten Hersteller. Die genaue Zahl hängt von Filterqualität, Betriebstemperatur, Schmutzeintrag und Zusatzstoff-Verbrauch ab.
Was du im Alltag im Auge behalten solltest:
- Wasser im Öl: erkennbar an Trübung oder milchiger Farbe
- Starke Verfärbung ins Schwarze: deutet auf Alterung und Verkokung hin
- Geruch nach Verbranntem: thermische Überlastung
- Ölanalyse nach ISO 4406 zeigt Verschlechterung: unabhängig von der Stundenzahl fällig
Sobald du auch nur einen dieser Punkte hast, ist der Wechsel fällig, egal wie viele Stunden das Öl schon gelaufen ist.
Kann man Hydrauliköle verschiedener Hersteller mischen?
Ja, aber nur unter zwei Bedingungen.
Bedingung 1: gleiche Klasse und gleiche Viskosität. HLP 46 zu HLP 46 geht. HLP 46 zu HVLP 46 geht nicht, weil die Additiv-Pakete unterschiedlich sind.
Bedingung 2: gleiches Additiv-System. Hydrauliköle enthalten Zusätze gegen Verschleiß. Manche nutzen Zink-Additive (klassische HLP-Öle), andere sind zinkfrei (moderne umweltfreundliche Öle). Wenn du beide mischst, kann es zu Ausfällungen im Tank kommen, weil die Zusätze chemisch nicht kompatibel sind.
**Worauf du achten solltest: ** Beim Nachfüllen mit Markenwechsel prüfe im Datenblatt beider Öle die DIN-Klasse und den Additivtyp. Sind beide identisch, ist eine Mischung bis rund 20 Prozent Anteil des neuen Öls unkritisch. Willst du sauber arbeiten, spüle die Anlage einmal komplett mit einer Spülcharge und fülle dann neu. Das kostet einmal Zeit, spart aber später Ärger.
Wichtig: Ausdrücklich nicht mischbar ist mineralölbasiertes HLP mit biologisch abbaubarem HEES-Öl (HEES steht für Hydraulic Environmental Ester Synthetic, also biologisch abbaubares Hydrauliköl auf Esterbasis). Wechsel hier immer über eine dokumentierte Spülung.
Welches Hydrauliköl für Holzspalter, Bagger und Traktor?
Praxis-Zuordnung, wie sie im wodoil-Fachlager täglich verkauft wird:
| Anwendung | Empfehlung | Gebindegröße |
|---|---|---|
| Holzspalter im Freien, Ganzjahres-Einsatz | Hydrauliköl Holzspalter Universal | 5, 20 oder 60 Liter |
| Traktor-Hydraulik im Sommer-Einsatz | HLP 46 oder Altrax UTTO Fluid | 20, 60 oder 200 Liter |
| Bauhof-Radlader, Kommunalfahrzeug | HVLP 46 | 200 Liter oder 1000-Liter-IBC |
| Industriepresse in beheizter Halle | HLP 46, bei feinen Servoventilen HLP 32 | 60 oder 200 Liter |
| Hebebühne in der Werkstatt | HLP 46 | 20 oder 60 Liter |
| Bagger auf der Baustelle, Ganzjahres-Einsatz | Bagger Hydrauliköl Universal oder HVLP 68 | 200 Liter oder 1000-Liter-IBC |
| Forstmaschine, ökologisch sensibler Bereich | Biohydrauliköl S Esterbasis | 20 oder 200 Liter |
| Kleiner Minibagger, Wechsellast-Einsatz | HVLP 46 | 20 oder 60 Liter |
Bio-Hydrauliköl: Wann ist es Pflicht in Österreich?
Bio-Hydrauliköl auf Esterbasis (HEES) ist in Österreich nicht flächendeckend Pflicht, aber in mehreren Bereichen entweder gesetzlich vorgeschrieben oder faktisch verpflichtend durch Auftraggeber-Vorgaben.
Wo Bio-Hydrauliköl faktisch Pflicht ist
- Forstarbeiten in Trinkwasserschutzgebieten. Die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union (Richtlinie 2000/60/EG) verlangt in Schutzzonen den Einsatz biologisch abbaubarer Hydrauliköle nach OECD 301B (Test auf schnelle biologische Abbaubarkeit, herausgegeben von der Organisation for Economic Co-operation and Development).
- Kommunale Ausschreibungen. Viele österreichische Gemeinden und die Österreichischen Bundesforste schreiben Bio-Öle für Fahrzeuge im Wald oder an Gewässern verpflichtend vor. Quelle: Vergaberichtlinien der Österreichischen Bundesforste (ÖBf-Regelwerk, öffentlich einsehbar).
- Landwirtschaftliche Bio-Betriebe. Für die Zertifizierung nach EU-Öko-Verordnung (Verordnung EU 2018/848) ist der Einsatz biologisch abbaubarer Hydrauliköle bei Anwendungen nahe Gewässern Pflicht.
- Skigebiete und Wasserkraftwerke. Für Pistenraupen, Schneekanonen-Kompressoren und Turbinen-Regelanlagen ist HEES faktisch Standard, weil Lecks ins Grundwasser sonst Sanierungskosten in fünfstelliger Höhe verursachen.
Wichtig zu wissen: Der Wechsel von HLP auf HEES muss dokumentiert erfolgen. Restölmengen von mehr als zwei Prozent Mineralöl im Bio-Öl heben die schnelle biologische Abbaubarkeit auf.
Wodoil führt das preisstabile Biohydrauliköl S Esterbasis für den breiten Forst- und Landwirtschaftseinsatz und das synthetische Premium-Bio-Öl Panolin S4 HLP Synth 46 für hochwertige Anlagen mit langen Wechselintervallen.
Was kostet Hydrauliköl in großen Gebinden?
Der Preis pro Liter hängt an drei Punkten: Qualität und Marke des Basisöls, Gebindegröße, aktuelle Rohstoffnotierungen. Konkrete Preise findest du im Wodoil-Shop tagesaktuell, weil Mineralöl-Preise monatlich mit den Rohöl-Notierungen schwanken.
Zur Orientierung: Bei gleicher Marke sinkt der Literpreis vom 20-Liter-Kanister zum 200-Liter-Fass typischerweise um 20 bis 30 Prozent. Vom 200-Liter-Fass zum 1000-Liter-IBC nochmals um 10 bis 15 Prozent. Wer regelmäßig mehr als 500 Liter im Jahr braucht, arbeitet mit 200-Liter-Fässern oder IBC-Containern.
Wichtige Voraussetzung für die Lagerung: sauberer, trockener Raum, keine Sonneneinstrahlung, aufrecht gelagerte Fässer mit fest verschlossenen Spundlöchern. Diese Empfehlungen stehen sinngemäß in der DIN 51506 („Lagerung von Schmierstoffen").
Wodoil versendet in ganz Österreich und den DACH-Raum ab Lager. Bei Fassmengen ab 200 Litern beliefern wir direkt an die Rampe oder in die Werkstatt, bei IBC-Containern mit Hebebühnenfahrzeug. Rückgabe leerer Gebinde ist bei den meisten Marken über Wodoil abwickelbar.
Die richtige Reihenfolge bei der Ölauswahl ist immer dieselbe:
- Herstellerfreigabe der Anlage prüfen. Nicht nur die DIN-Grundnorm, sondern auch die Pumpenfreigabe.
- Viskositätsklasse aus dem Anlagendatenblatt übernehmen. Nicht aus dem Bauchgefühl.
- HLP oder HVLP anhand der Temperaturen entscheiden. Nicht anhand des Kalenders.
- Erst danach kommt der Preis.
Öl kostet immer weniger als die Pumpe, die es schmiert. Wer beim Öl spart, bezahlt bei der Pumpe.
So findest du dein passendes Hydrauliköl bei Wodoil
Wodoil führt Hydrauliköle in HLP 22, HLP 32, HLP 46, HLP 68 und HLP 100 sowie HVLP 15, HVLP 22, HVLP 32, HVLP 46 und HVLP 68 in allen relevanten Gebindegrößen. Zusätzlich das Biohydrauliköl S Esterbasis und das synthetische Panolin S4 HLP Synth 46 für Forst, Landwirtschaft und Wasserkraft, sowie Spezialöle wie Hydrauliköl Holzspalter Universal und Bagger Hydrauliköl Universal für konkrete Einsatzbereiche.
Wenn du nicht sicher bist, welches Öl passt, schick uns das Datenblatt deiner Anlage oder die Herstellerfreigabe des bisherigen Öls. Ein Wodoil-Fachberater prüft die Freigaben, gleicht sie mit unserem Sortiment ab und sagt dir innerhalb von 24 Stunden, welches Produkt in welchem Gebinde passt. Beratung ist kostenlos.
Nächster Schritt: Öffne die Hydrauliköl-Kategorie im Wodoil-Shop, wähle deine Viskositätsklasse (HLP 46 oder HVLP 46 sind die Standard-Fälle) und such dir die passende Gebindegröße aus. Bei Bestellungen ab 200 Litern liefern wir direkt an deinen Standort in Österreich, Deutschland oder in die Schweiz.
Quellen und weiterführende Normen
Alle Zahlen und Behauptungen in diesem Ratgeber stammen aus den folgenden Quellen.
- DIN 51524-2:2017-06, „Druckflüssigkeiten, Hydrauliköle, HLP-Öle, Mindestanforderungen", Deutsches Institut für Normung, erhältlich über den Beuth-Verlag.
- DIN 51524-3:2017-06, „Druckflüssigkeiten, Hydrauliköle, HVLP-Öle, Mindestanforderungen", Deutsches Institut für Normung, erhältlich über den Beuth-Verlag.
- ISO 3448:1992 (nachgeprüft 2020), „Industrial liquid lubricants, ISO viscosity classification", erhältlich über die ISO.
- ISO 2909:2002, „Petroleum products, Calculation of viscosity index from kinematic viscosity", erhältlich über die ISO.
- ISO 11158:2009, „Lubricants, industrial oils and related products (class L), Family H (Hydraulic systems)", erhältlich über die ISO.
- ISO 4406:2021, „Hydraulic fluid power, Fluids, Method for coding the level of contamination by solid particles", erhältlich über die ISO.
- OECD 301B, „Ready Biodegradability, CO2 Evolution Test", Teil der OECD Guidelines for the Testing of Chemicals.
- Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlaments (EU-Wasserrahmenrichtlinie), EUR-Lex.
- Verordnung (EU) 2018/848 des Europäischen Parlaments (EU-Öko-Verordnung), EUR-Lex.
- Bosch Rexroth, RE 90220, „Auswahl der Druckflüssigkeit für hydraulische Systeme", Bosch Rexroth.
- Bosch Rexroth, RE 90235, „Betrieb und Wartung hydraulischer Systeme", Bosch Rexroth.
- HYDAC, „Hydraulic Fluid Cleanliness Guide", technische Broschüre, HYDAC.
- VDMA-Einheitsblatt 24568, „Umweltverträgliche Hydraulikflüssigkeiten", Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau.
- Denison Hydraulics, HF-0/HF-1/HF-2 Freigabe-Spezifikationen für Kolbenpumpen, heute Parker Hannifin.
- Eaton Vickers, I-286-S und M-2950-S Freigabe-Spezifikationen für Flügelzellenpumpen, heute Danfoss.
- Fendt, Schmierstoffübersicht 2020/21, offizielle AGCO-Publikation, PDF-Direktlink.







